Rot

Was verlangt die Strömung der Farbe Rot als
Dingerscheinung? Lässt sich Farbe pur zeigen, ohne Realität zu
interpretieren, sondern als autonome Bildwirklichkeit, die ein
mitreales Gebilde entstehen lässt?

Das Bildproblem ist gleichzeitig auch ein Formproblem und die
Grundlage des Bildermachens. Form und Bild sind nicht nur
Beziehungen, sondern Bedingungen. Auch wenn die radikale
Reduzierung auf Form und Farbe traditionelle Vorstellungen
des Bildträgers überwindet, sind Form und Bildinhalt essentiell.
Die radikale Reduzierung auf Form und Farbe führt
unweigerlich zur Entgrenzung des Bildes, das nicht mehr durch
den Bildträger kontextualisert wird, sondern seine Grenzen
überschreitet und sich dem Raum selbst stellen muss.
Inhalt ist die Farbe Rot.

Was ist Rot? Rot ist nicht nur Teil
sinnlicher Erfahrung, sondern trägt in sich Inhalt, Spannung,
kulturelle Prägung, unterschiedliche Werte und Symboliken, die
zu einem gegensätzlichen Konstrukt führen. Farbe zeigt sich
hier nicht nur in einem Kontext, sondern voller Merkmale und
Eigenschaften, welche die menschliche Wahrnehmung leiten.
Somit ist Farbe „pur“ unmöglich zeigbar.

Der Inhalt, die Farbe kann nicht durch sich selbst zum Ausdruck
gebracht werden, sondern Erfordert eine angemessene Form,
um ihre Eigenschaft zeigen zu können.