Statement

An zwei Orten, in zwei Häusern, beide am Waldrand hunderte Kilomenter voneinander entfernt, verbrachte ich meine Kindheit. Feste, beständige Orte. Dazwischen bewegte ich mich. Meine Familie und ich fuhren über drei Grenzen. Aus dem Autofenster beobachtete ich die vorbei fließende Landschaft. Der Boden, das Licht, die Bäume wandelten sich. Die Wolken schlängelten sich um die hohen Berge, schmiegten sich an. Dann wurde die Landschaft flacher. Wie ein riesiges Spielfeld, das sich rechts und links, um mich herum erstreckte. Der Horizont war für mich eine langgezogene, ungreifbare Linie, der wir nie näher kamen.

Ich bewege mich zwischen Orten. Zwischen den Orten, den Dingen und mir zeigt sich die Welt. Meine Kunst ist Teil der Welt. Innen und Außen werden wahrnehmbar in Linien, in Formen und Farben. Ich untersuche meine Wahrnehmung, das Erleben von Innen und Außen. Es gibt viele Möglichkeiten, wie ich die Bestandteile zusammenfügen kann. Verschiedene Materialien wie Holz, Papier oder Leinwände kommunizieren unterschiedlich mit der Umgebung.

Meine Arbeit im Atelier, in der Werkstatt und das Erkunden von Räumen und Orten bringt mich in Bewegung. Die fließenden Farben strömen über meine Bildränder, über die Grenzen hinaus – ich erforsche meine Erfahrung. Formen, Linien und Farben verorten sich in einem Raum. Zeit kommt zum Vorschein, wird verdinglicht, bleibt weiterhin ungreifbar. Zeit ist Bewegung. In der Bewegung liegt die Welt. So erforsche ich das Außen, erkenne dabei, das Wesentliche, das Menschliche: es gibt viele Möglichkeiten, wie ich die Bestandteile zusammenfügen kann.