Text von Urszula Usakowska-Wolff

OLGA MOȘ * 1986 in Reșița, Rumänien

Olga Moș lebt seit 1990 in Deutschland, zuletzt in Berlin. Von 2011–2017 studierte sie Kunstpädagogik mit Schwerpunkt Malerei an der Universität Augsburg. Seit 2014 nimmt sie an Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und Rumänien teil. Nachdem sie sich besonders mit Landschaftsmalerei beschäftigte, widmet sie sich seit 2014 der abstrakten Auseinandersetzung mit Farbe, Raum und Material. Sie malt auf Leinwand, Papier und Holz. Ihr Medium ist die Farbe, die schon immer ihre Obsession war und der sie alle anderen ästhetischen Prinzipien unterordnet.

Sie trägt die Farben an einigen Stellen des Malgrunds dick und pastos, an anderen stark verdünnt in mehreren Schichten auf, sodass ihre Bilder, die topographischen Modellen ähneln, zugleich opulent und beschwingt erscheinen. Sie lässt die Farben über den Bildrand fließen, wodurch sie ihren Gemälden skulpturale Eigenschaften verleiht. Es ist kein Zufall, dass sie wie farbenprächtige Environments aussehen: Olgas abstrakte und expressive Malerei folgt einem stringenten Konzept. Sie untersucht die Wechselwirkung zwischen Form, Farbe und Raum, das heißt, wie Objekte in unterschiedlichen Umgebungen und Positionen ihr Erscheinungsbild radikal verändern.

Die Künstlerin lotet die Bildgrenzen und die Zusammenhänge zwischen Bildraum und Raum, Dynamik und Statik, Natur und Kultur, Innen und Außen aus. Richtige Farben für Rhythmen, Takte und Klänge zu finden ist das, was sie aktuell beschäftigt. Auf dem Bild „Menuett“ bringt sie amorphe Massen zum Tanzen – und hält deren Bewegung fest: um zu zeigen, wie schön der Augenblick verweilt.